VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Aktuelles

Fürstenfeldbruck, 01.01.2015: Neuer Expressbus von FFB nach Germering

Auf Anregung des VERKEHRSFORUMS FFB und auf Beschluss des Kreistags wurde ab 14.12.2014 eine Expressbuslinie 845X zwischen dem S-Bahnhof FFB und dem S-Bahnhof Germering eingerichtet, der im 20-Min.-Takt verkehrt und über die B2 und Puchheim Ort nur 16 Min. benötigt. Durch die neue Linie und eine Fortführung mit der Linie 260 von Germering über Planegg nach Forstenried entsteht eine attraktive Tangentialverbindung zur U3 nach München. Die Verbindung kann auch bei Störungen auf der S4-Strecke als Ausweichroute zur S8 bzw. U3 genutzt werden!
Thomas Brückner

Fürstenfeldbruck, 01.01.2015: Busbeschleunigung

Auslöser für die aktuellen Busbeschleunigungsmaßnahmen waren Überlegungen zur Anbindung der zukünftigen Bebauung des Fliegerhorstgeländes. Es wurde ein Gutachten vom MVV für einen Expressbus über den Fliegerhorst zum S-Bahnhof Gernlinden erstellt, mit Prüfung der Beschleunigung auf der Münchner Straße stadteinwärts, was mit hohem baulichen Aufwand verbunden wäre, aber wegen der täglichen Staus unrealistische Ergebnisse erbrachte. Da die Staus die Busse immer öfter und inzwischen sowohl stadtaus- als auch stadteinwärts behindern, wurde auf Vorschlag des VERKEHRSFORUMS FFB eine zweite Route mit Gutachten vom MVV/TSC geprüft. Das Gutachten vom 21.02.2013 beinhaltet die Verlegung der Fahrtroute der Busse in die Fürstenfelder / Bahnhofstraße. Hier können die Busse eine kürzere und zudem staufreiere Route befahren, sind damit schneller und bieten eine deutlich höhere Sicherheit in Bezug auf die pünktliche Ankunft am S-Bahnhof FFB. Ein Großteil der Busse benutzt diese Route heute schon stadteinwärts. Stadt und Landratsamt hatten im Herbst 2014 in einer öffentlichen Anwohner-Info-Veranstaltung vorgeschlagen, drei weitere Linien in Richtung S-Bahnhof auf diese Route zu verlegen. Dies würde einer Steigerung des Busverkehrs auf der Fürstenfelder/Bahnhofstr. um 65% bedeuten. Die Maßnahme sollte mit einer Sperrung der inneren Fürstenfelder Straße stadteinwärts für den Individualverkehr unterstützt werden (freie Durchfahrt für Busse, Taxis, Radler). Die Maßnahme trägt sicher zur Verkehrsberuhigung des stark belasteten Viertels bei, verdrängt allerdings auch motorisierten Verkehr in die angrenzenden Wohnstraßen (Hans-Sachs-, Luitpoldstr., Stockmeier Weg). Die Anwohner liefen deshalb erstmal Sturm gegen das Vorhaben. Grundsätzlich sind die Sorgen der Anwohner in Bezug auf Verkehrsbelastung und Verkehrssicherheit ernst zu nehmen. Jedoch müssen diese Sorgen auch mit dem Wunsch von täglich ca. 2.000 Fahrgästen abgewogen werden, die ihre S-Bahn pünktlich erreichen wollen. Die Busbeschleunigung ist daher ein öffentliches Interesse. In dem am 24.11.2014 mit den Anwohnern einberufenen Arbeitskreis wurde vom VERKEHRSFORUM FFB deshalb der Wunsch geäußert, zumindest die zwei dringendsten Buslinien mit der knappsten Fahrzeit (843 und 873) über die neue Route zu führen, und die geplante Sperrung der inneren Fürstenfelder Str. temporär zur Probe (2 Jahre) einzuführen, um Erfahrungen sammeln zu können. Gleichzeitig sind weitere Maßnahmen zum Schutz der Anwohner und zur Verkehrsberuhigung in dem Viertel vorzunehmen (Umkehrung der Einbahnrichtung in der Luitpoldstraße, Überprüfung der Parkzonen, evt. Einführung einer Parklizenzierung mit Anwohnerparken, Erneuerung der Gehsteigkanten und Fahrbahnsanierung). Für die Beschleunigung des ÖPNV ist die neue Route natürlich nur eine, wenn derzeit auch wesentliche Maßnahme. Weitere Beschleunigungsmaßnahmen im gesamten Liniennetz müssen untersucht und umgesetzt werden (funkgesteuerte Vorrangschaltungen an allen Ampeln, verbesserte Buseinschleifung am Leonhardsplatz, bessere Linienführungen usw.).

Thomas Brückner

Brief an die Stadt FFB Fürstenfeldbruck, 25.10.2014: Busbeschleunigung Bahnhof- / Fürstenfelder Straße

Am Bürger-Infoabend im Rathaus zum Thema Busbeschleunigung gab es ja jede Menge offene Fragen. Da ich auch nicht alles weiß, habe ich mich mit einem langen Fragenkatalog an Hr. Seifert gewandt. In einem gemeinsamen Gespräch hat er für mich/uns eine ganze Latte von Informationen vorbereitet. Ein großes Dankeschön an Hr. Seifert. Einen Teil davon habe ich zur besseren graphischen Darstellung in die beiliegende Excel-Tabelle übertragen. Bitte leiten Sie doch mein Schreiben und die Tabelle auch an die Anwohner weiter. Schließlich kommt evt. auch noch ein Citybus auf sie zu. Oktober 2014: Die Tabelle zeigt die heutige Busverkehrs-Belastung. Festzustellen ist dabei, dass Richtung Innenstadt bereits heute die meisten Buslinien diese Route nehmen. Die Diskussion dreht sich also hauptsächlich um die zusätzlichen Busse Richtung Bahnhof. > Derzeit fahren tagsüber (beide Richtungen zusammengezählt) 10,3 Busse pro Stunde, also alle 5,8 Minuten ein Bus. Zukunft 1: Hier habe ich die Fahrten der Linien 843 und 873 Richtung Bahnhof hinzugenommen, also die Linien, die am dringendsten eine Beschleunigung brauchen. > Hier fahren tagsüber (beide Richtungen zusammengezählt) 14,6 Busse pro Stunde, also alle 4,1 Minuten ein Bus, Zunahme gegenüber Oktober 2014: 43 %. Zukunft 2: Hier habe ich die Fahrten der Linien 839, 843 und 873 Richtung Bahnhof hinzugenommen, also alle Linien, die eine Beschleunigung brauchen. Die Linien 815, 840 und 844 sollen ja auch in Zukunft auf der Münchner Straße bleiben, um die Haltestelle Landratsamt zu bedienen. > Hier fahren tagsüber (beide Richtungen zusammengezählt) 17,4 Busse pro Stunde, also alle 3,4 Minuten ein Bus, Zunahme gegenüber Oktober 2014: 65 %. Zukunft 3: Hier habe ich auch noch die Fahrten des Citybusses hinzugenommen, der ab Dez. 2015 eine Schleife über den Stockmeier Weg, die Hans-Sachs-, die Bahnhof- und die innere Fürstenfelder Straße stadteinwärts fahren soll. Ich habe einen 20-Min.-Takt angenommen. > Hier fahren tagsüber (beide Richtungen zusammengezählt) 21,4 Busse pro Stunde, also alle 2,8 Minuten ein Bus, Zunahme gegenüber Oktober 2014: 92 %. Zeitersparnis Richtung Bahnhof: Laut Gutachten des TSC für die Linien 843 und 873 ergibt die Führung der Busse Richtung Bahnhof über die innere Fürstenfelder und Bahnhofstraße eine Zeitersparnis von ca. 70 sec. Gründe dafür sind: - 300 m kürzere Route 36 sec. - nur eine Ampel (statt drei Ampeln auf der Münchner Str.) 44 sec. - Behinderung wg. Parkern in der Fürstenfelder Str. - 10 sec. Summe TSC 70 sec. - Halteverbot und/oder unechte Einbahnregelung innere Fürstenfelder Str. (keine Behinderungen durch Parker oder Gegenverkehr) 10 sec. - Funkgesteuerte Grünphase Ampel Oskar-von-Miller-Str. 10 sec. Neue Summe 90 sec. Zeitersparnis Richtung Innenstadt: Die Linien 843 und 873 fahren bereits Richtung Innenstadt über die innere Fürstenfelder und Bahnhofstraße: - Die derzeitige Wartezeit an der Einmündung in die Münchner Str. wird mit 30 sec. angesetzt. Eine unechte Einbahnregelung in der inneren Fürstenfelder Str. würde das Einfahren in die Münchner Str. (ohne PKW-Stau) beschleunigen 15 sec. Summe TSC 15 sec. Zeitersparnis je Tour insgesamt: Die gesamte reguläre Zeitersparnis je Buslinie und Tour könnte also 105 sec., also fast zwei Minuten sein. Zwei Minuten sind 10% der Fahrzeit z.B. einer Tour der Linie 843. Es sind die entscheidenden Minuten für das pünktliche Erreichen der S-Bahn. Zu Bedenken ist, dass einige Linien (wie z.B. die Linie 843) Tangentiallinien von einer S-Bahn zur nächsten sind (Linie 843 zum S-Bahnhof Olching) und dort genauso pünktlich ankommen müssen. Es gibt kein Zeitfenster für Spielräume, außer man setzt zusätzliche Busse ein, was an Kosten (250.000 bis 300.000 €) und fehlender Wirtschaftlichkeit scheitert. Übersehen werden darf nicht, dass der Bus auf innerer Fürstenfelder und Bahnhofstraße weitgehend störungsfrei fahren kann, während auf der staugefährdeten Münchner Straße nicht selten ganze Minuten verloren gehen, die in obigen Gutachten gar nicht berücksichtigt sind! Weitere Möglichkeiten einer Busbeschleunigung: Die Änderung der Routenführung vor allem zum Bahnhof ist nur ein, allerdings wesentlicher Baustein der Beschleunigung. Betrachtet man die Gesamtstrecken der Buslinien, so verlieren sie vor allem an zahlreichen roten Ampeln und Staus in der Innenstadt von FFB (Linie 843 auch in der Innenstadt von Olching) wertvolle Zeit. Abhilfe schaffen können funkgesteuerte Vorrangschaltungen an allen Lichtsignalanlagen (LSA), die von den Buslinien tangiert werden (siehe Antrag der Grünen vom 30.04.2014). Bei Staus kann eine sog. Entleerungsschaltung sinnvoll sein. Dabei bleibt nach Anforderung durch den Bus die Ampel so lange grün, bis sich der Stau vor dem Bus aufgelöst und der Bus die LSA gequert hat. Sinnvoll wäre dies z.B. in der Hauptstraße und der Dachauer Str. In FFB empfiehlt sich zusätzlich eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Durch die Realisierung von verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen in der westlichen Innenstadt (Schöngeisinger und Pucher Straße) wird auch der Verkehr in der Hauptstraße weniger und insgesamt flüssiger. Natürlich behindern auch der Parksuchverkehr und die ständigen Ein- und Ausparkvorgänge an den Kurzzeitparkzonen u.a. in der Hauptstraße die Schnelligkeit der Busse. Geplante Schulbaumaßnahme Hans-Sachs-Straße: Laut Auskunft des Landratsamtes beginnen die Bauarbeiten in 2016.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Brückner

Grafik: Busbeschleunigung Fürstenfelder- Bahnhofstraße