VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Aktuelles

Stellungnahme BN zum S4-Ausbau München-Pasing – Buchenau / Strecke 5520, Scoping-Unterlage vom 16.07.2018

Der folgende Brief wird vom Verkehrsforum FFB vollumfänglich unterstützt!

 

An

Eisenbahn-Bundesamt

Arnulfstraße 9/11

 

80335 München

 

 

Ihr Zeichen             65112-651pu/002-2018#001

Vom                       31.07.18

Unser Zeichen       VE-SV/M-S4-Ausbau/S

Vom                      26.09.18

 

S4-Ausbau München-Pasing – Buchenau / Strecke 5520, Scoping-Unterlage
vom 16.07.2018

Hier: Stellungnahme des BN

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit nehmen wir zu den Scoping-Unterlagen zum Ausbau der S4 wie folgt Stellung:

1. Forderung nach 4-gleisigem Ausbau:

In den Abschnitten 1.1 (Anlass und rechtliche Grundlage), 1.3 (Projektbeschreibung) und 4.3 (Vorhaben- bzw. Standortalternativen) wird die Notwendigkeit eines mehrgleisigen Ausbaues dadurch begründet,

-       dass „eine sehr hohe Verkehrsnachfrage“ besteht (1.1), und

-       dass „der vorhandene Mischverkehr … bei Verspätungen eine Übertragung der Verspätungen in das Gesamtnetz der S-Bahn München“ bedingt „und damit zu einer Verschlechterung der Betriebsqualität insgesamt“ führt. „Der geplante Ausbau soll zu einer Verbesserung dieses aktuell nicht zufriedenstellenden Betriebsablaufs führen.“ (4.3)

 

„Die Nachfrage nach einer weiteren Verbesserung des ÖPNV im Großraum München erfordert eine Weiterentwicklung der bestehenden Schieneninfrastruktur. Dies kann u.a. dadurch erreicht werden, dass die … noch vorhandenen Mischbetriebsstrecken mehrgleisig ausgebaut und somit eigene S-Bahngleise geschaffen werden.“ (1.1)

 

„Daher ist geplant, durch eine Ausbaumaßnahme die Streckenleistungsfähigkeit und … Qualität … zu steigern, sowie das Angebot … entsprechend den Bedürfnissen auf dem Streckenabschnitt München-Pasing – Buchenau (- Geltendorf) zu verbessern.“ (1.1)

 

„Durch den Bau eines 3. Streckengleises zwischen Pasing und Eichenau und eine Blockverdichtung im Abschnitt Eichenau – Buchenau werden zusätzliche Kapazitäten für den Schienenverkehr geschaffen sowie die Betriebsqualität sichergestellt.“ (1.1)

 

Die vorherigen Ziele sollen „durch eine Trennung des S-Bahnbetriebes vom Fern-, Regional- und Güterverkehr … erreicht werden.“ (1.3)

 

„Die zweigleisige Strecke 5520 wird für den S-Bahnverkehr verwendet. Mittig zwischen den Streckengleisen 5520 wird zusätzlich die eingleisige Strecke 7942 … für den Fern-, Regional- und Güterverkehr vorgesehen.“ (1.3)

 

In Anbetracht der vorherigen Argumente („sehr hohe Verkehrsnachfrage“, „aktuell nicht zufriedenstellender Betriebsablauf“, Steigerung der „Streckenleistungsfähigkeit“, Sicherstellung „zusätzlicher Kapazitäten“ und der „Betriebsqualität“) begrüßen wir den mehrgleisigen Ausbau der Strecke, insbesondere die geplanten eigenen S-Bahn-Gleise.

 

Wir begrüßen auch, dass die S-Bahngleise außen angeordnet werden, und der schnellere Regional- und Fernverkehr das mittlere Innengleis befährt. Die Außenbahnsteige für die S-Bahnfahrgäste sind unabhängig von (störanfälligen) Aufzügen leichter mit Rampen barrierefrei zu erschließen, und die Fahrgäste auf den Bahnsteigen werden nicht durch vorbeifahrende Schnellzüge gefährdet.

 

Bedauerlicherweise wurde uns mit der Scoping-Unterlage kein Minuten-genauer Fahrplanentwurf vorgelegt. Es sollte gängige Praxis sein, Infrastrukturvorhaben zusammen mit einem Fahrplankonzept zu planen. Wir haben deshalb erhebliche Bedenken, ob die geplante eingleisige Strecke (Mittelgleis) für den in Zukunft weiter zunehmenden Fern-, Regional- und Güterverkehr ausreicht. Vor allem auf der weiteren stark belasteten Strecke von Eichenau bis Fürstenfeldbruck/Buchenau (bzw. Grafrath) hegen wir größte Zweifel, ob zwei blockverdichtete Gleise die geplanten zusätzlichen Verkehre (15-Min.-S-Bahntakt, neue Express-S-Bahnen, verstärkte Fern-, Regional- und Güterverkehre) aufnehmen können, oder ob es hier zu den gleichen gegenseitigen Behinderungen und Einschränkungen der Betriebsqualität kommt, die wir schon heute beklagen müssen. Bei der Dichte der Verkehre muss es zwangsläufig immer wieder zu Behinderungen kommen, wenn z.B. ein verspäteter Zug aus dem Allgäu auf die Einfahrt in das Mittelgleis in Eichenau warten muss, da dieses noch durch einen ausfahrenden Zug belegt ist.

 

Nach dem uns bekannten Taktfahrplan 2030 des BMVI treffen sich der EC München-Zürich und der entgegengesetzte EC Zürich-München im 1-Minuten-Abstand in Eichenau auf einem Gleis! Die Regionalzüge REX München-Memmingen-Lindau und RB München-Memmingen würden nach diesem Fahrplan jeweils auf der eingleisigen Strecke mit ihrem Gegenzug kollidieren!

 

Auf dem zweigleisigen Abschnitt zwischen Eichenau und Buchenau (in der Stosszeit bis Grafrath) verkehren dann die S4 im 15 Minuten-Takt, die S14 (?) und die S24X im 30 Minuten-Takt, 2 RB im Stundentakt und abwechselnd der EC und der REX nach Lindau jeweils im 2 Stunden-Takt. Das ist immerhin noch eine 8.3 km (bzw. bis Grafrath 14.4 km) lange Strecke!

 

Die notwendige Blockverdichtung zeigt uns jedoch, wie eng es schon 2030 ist. Sie gilt als letztes Mittel, um einen Kollaps zu verhindern, wenn man nicht zusätzliche Gleise bauen will. Die jetzt geplante Baumaßnahme mag zwar die heutigen Anforderungen (bis 2030) gerade noch erfüllen, sofern es gelingt, die Fahrzeiten auf diesem Streckenabschnitt anzupassen. Diese sind jedoch beim EC vom Takt in der Schweiz und bei den Regionalzügen vom Allgäu-Takt abhängig. Jedoch werden die überfällige und unausweichliche Verkehrswende in Deutschland und das unverminderte Wachstum des Ballungsraumes München zur weiteren Zunahme der Bahnverkehre auf dieser Strecke führen.

 

Wir fordern deshalb, die Strecke viergleisig auszubauen, und vor allem die Ausbaustrecke bis in den viergleisigen Bhf. Fürstenfeldbruck zu verlängern. Alles andere erscheint uns nicht zukunftsfähig.

 

2. Grundstücksveräußerungen:

Wir hören immer wieder Berichte, wonach die Bahn die für das vierte Gleis vorgesehenen Grundstücke veräußert. Dadurch wird es letztendlich unmöglich gemacht, die Strecke in Zukunft auf vier Gleise zu erweitern.

 

Wir fordern deshalb, im Falle des nur dreigleisigen Ausbaues die Option für ein zukünftiges viertes Gleis offen zu halten, sprich die Flächen dafür mindestens bis Fürstenfeldbruck dauerhaft zu sichern.

 

3. Trassenvorplanung

Alle Brückenplanungen und Bahnhofsneuplanungen müssen schon jetzt die Möglichkeit eines 4-gleisigen Ausbaus berücksichtigen, um in Zukunft teure Umplanungen zu vermeiden. Die Umwelt-Auswirkungen dieser Planungen sind einzubeziehen, um die Varianten zu realisieren, die mit dem geringsten Eingriff in die Natur verbunden sind.

 

4. Radschnellweg München-Fürstenfeldbruck:

Die Stadt München und der Landkreis FFB planen einen Radschnellweg entlang der Bahntrasse von München bis FFB. Wir regen an, die Überlegungen der Radverkehrsplaner mit in die Planungen des mehrgleisigen Ausbaus einzubeziehen und die Planungen gegenseitig abzustimmen. Sollte das vierte Gleis nicht kommen, wäre der vorhandene Grund des vierten Gleises ideal für einen kreuzungsfreien Radschnellweg.

 

5. Kreuzungsfreiheit der Neubaustrecke:

Wir gehen davon aus, dass sämtliche Bahnübergänge und bisher höhengleiche Querungen an der Strecke zwischen Pasing und Buchenau kreuzungsfrei (Unter-/Überführungen) im Zuge der Baumaßnahme ausgebaut werden. Die Zuwegungen (Rampen) dazu sind wie die Gleisanlagen auf ihre Umweltverträglichkeit zu prüfen.

 

6. Landschaftsschutzgebiet (LSG) Aubinger Lohe:

 Unter 2.4 (Schnittstellenprojekte) wird angegeben, dass „die Ergänzung des dritten Gleises“ zwischen Aubing und Puchheim auf der Nordseite erfolgt, da wo heute die Verbindungsstraße Aubing – Puchheim liegt. Die bestehende Straße müsste folglich in das Landschaftsschutzgebiet „Aubinger Lohe“ verschoben werden.

 

Wir vermuten eine deutlich geringere Beeinträchtigung von Naturschutzgütern für die Variante der südlichen Lage des 3. Gleises, unter Beibehaltung der nördlich liegenden Straße. Trotzdem halten wir eine belastbare und transparente Untersuchung beider Varianten (wie in den Scoping-Unterlagen unter 4.3. auch aufgeführt) für nötig, um im Hinblick auf das Planfeststellungsverfahren eine naturschutzfachlich sinnvolle Entscheidung treffen zu können. Dies gilt auch für den viergleisigen Ausbau.

 

Die Ausbaumaßnahme wird – egal ob mit drei oder vier  Gleisen – das Landschaftsschutzgebiet Aubinger Lohe und Moosschwaige nochmals deutlich stärker zerschneiden. Als Ausgleichsmaßnahme dafür regen wir an, die Errichtung einer Landschaftsbrücke zur Verbindung des nördlichen und südlichen Teils im Hinblick auf ihre Machbarkeit und Wirkungen zu untersuchen. So könnten die ökologische Beziehungen und die Erholungsfunktion für die Bürger und Bürgerinnen möglicherweise nachhaltig verbessert werden.  Etwaige nachteilige Wirkungen wie Böschungsanschnitte sind dabei überschlägig abzuschätzen.

 

Unabhängig von der Lage der Gleise regen wir zudem an, die Verbindungsstraße zwischen München-Aubing und Puchheim in der Aubinger Lohe für den motorisierten Verkehr zu unterbrechen. Es handelt sich hier um einen absoluten Schleichweg, der von einem verkehrsberuhigten Wohngebiet (Tempo 30 Zone) in Aubing in ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet (Tempo 30 Zone) in Puchheim führt. Überörtlicher Verkehr hat in diesen Wohngebieten nichts zu suchen. Er gefährdet Schulkinder und Radfahrer, und beeinträchtigt die Wohnungen der Anwohner. Ein Straßenneubau durch die Aubinger Lohe ist auf jeden Fall zu verhindern. Der überörtliche Verkehr ist auf die dafür vorgesehenen Straßen (Lochhauser Straße im Norden, B2 im Süden) zu bündeln. Die Aubinger Lohe kann von beiden Seiten über Sackgassen für Erholungssuchende anfahrbar sein (aber nicht durchfahrbar). Die bestehende Straße (sofern sie bestehen bleibt) kann schon heute in der Aubinger Lohe als Radschnellweg genutzt werden. Auf jeden Fall nimmt ein Radschnellweg weniger Flächen in Anspruch als ein Straßenneubau.

 

7. Fuß- und Radverkehrs-Unterführung Gröbenbach: 

Entlang der Stadtgrenze zwischen München und Puchheim (km 15,4) verläuft der Gröbenbach mit einem durchgehenden Fuß- und Radweg. Die Bahnstrecke kann heute nur erschwert im gebückten Zustand in der Bachunterführung gequert werden. Wir erwarten hier eine für den Radverkehr befahrbare Unterführung mit ausreichender lichten Höhe und beidseitigen barrierefreien Rampen.

 

8. Bahnhof Puchheim:

Der bereits dreigleisige Bahnhof Puchheim soll vorab 2020 als Einzelmaßnahme (barrierefreier Ausbau) realisiert werden. Dabei werden die bestehenden Bahnsteige auf die S-Bahnhöhe 96 cm angehoben und am Ostende der Bahnsteige eine neue Unterführung mit Aufzug zum Innenbahnsteig und außenliegenden Rampen realisiert.

 

Da stellt sich uns schon die Frage: Wenn die geplanten S-Bahngleise außen liegen, warum soll dann in Puchheim der Innenbahnsteig beibehalten werden? Der Behindertenbeirat wünscht sich barrierefreie Außenbahnsteige (wie diese im Bhf. Buchenau realisiert werden sollen), die unabhängig von (störanfälligen) Aufzügen mit Rampen erreichbar sind. Wir fordern deshalb, das nördliche S-Bahngleis mit einem Außenbahnsteig zu versehen, und den nicht barrierefreien Innenbahnsteig komplett aufzulassen, sprich zu beseitigen. Die Fläche des Innenbahnsteigs ist die Fläche für das vierte Gleis in Puchheim.

 

9. LSG Scharwerkholz / Biotop Zitzstaudengraben / Eichenau:

Unter 2.4 (Schnittstellenprojekte) wird angegeben, dass auch zwischen Puchheim und Eichenau die Ergänzung des dritten Gleises auf der Nordseite erfolgen soll, da wo heute die Verbindungsstraße Puchheim - Eichenau liegt. Die bestehende Straße müsste folglich in das Landschaftsschutzgebiet „Scharwerkholz“ / Biotop „Zitzstaudengraben“ verschoben werden.

 

Dadurch wird das Biotop Scharwerkholz zerschnitten. Wir fordern eine vollständige Kartierung dieser Flächen. Es handelt sich um wertvolle Amphibienvorkommen und ein Fledermausgebiet. Als Ausgleich für die Baumaßnahmen muss die Fläche südlich der Bahntrasse ökologisch verbessert werden, z.B. durch die Neuanlage eines Laichgewässers. Außerdem müssen vor Baubeginn Baumbestände geschaffen bzw. erhalten werden, die den Lebensraum der Fledermäuse erhalten und den Tieren ein Überfliegen der Trasse ermöglichen. Weitere Ausgleichsmaßnahmen sind unserer Auffassung nach erforderlich.

 

10. Gut Roggenstein:

Unter 4.3 (Vorhaben- bzw. Standortalternativen) wird darauf hingewiesen, dass für die „Entwurfsgeschwindigkeiten 150/160 km/h“ im Kurvenbereich bei Gut Roggenstein eine „Gleisverschiebung nach Süden“ „als Varianten untersucht“ werden. Die Gleise würden dann stärker in den Hangbereich eingreifen. Bisher nicht erforderliche Anböschungen bzw. Böschungsmauern würden dann notwendig und zur Veränderung des Landschaftsbildes führen. Hinweis: Es geht um die Verschiebung der heutigen Bestandsgleise, da wir uns hier bereits außerhalb des dreigleisigen Neubaubereiches befinden!

 

Der BUND Naturschutz lehnt diesen zusätzlichen Eingriff in den Hang der Emmeringer Leite ab.

Die Leiten sind ein wesentlicher Faktor im Hochwasserschutz. Eine Anschneidung der Leite könnte zu einer weiteren Verschärfung der Hochwassersituation bei Extremhochwasser führen, die dann auch die Bahngleise gefährden könnte.

Die entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung für den Zugverkehr muss für die Fahrplanvorplanung berücksichtigt werden.

 

11. Emmering:

Die Gemeinde Emmering plant seit langem, den Bahnübergang km 20,0 zum Gewerbegebiet Untere Au südlich der Bahn durch eine Unterführung km 19,2 zu ersetzen. Der BUND Naturschutz hat bisher durch etliche Stellungnahmen energisch gegen diesen Neubau bei der Gemeinde protestiert, da er Erschließungsstraßen im freien Gelände des Gutes Roggenstein nach sich zieht. Der Neubau scheiterte unseres Wissens bisher in Grundstücksverhandlungen mit dem Eigentümer. Wir haben der Gemeinde von Anfang an eine innerörtliche Alternative im bestehenden Gewerbegebiet km 19,8 vorgeschlagen. Dadurch wird der starke LKW-Verkehr aus dem Wohngebiet an der Dr. Rank Straße verlagert. Am bestehenden Bahnübergang würde eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ausreichen.

 

Durch die vom Freistaat Bayern am 25.08.2018 ausgeschriebene „Machbarkeitsstudie für den Bahnausbau in der Region München“ kommt als eine der 26 Einzelmaßnahmen der S-Bahn-Halt Emmering in der Unteren Au wieder ins Gespräch. Die Untere Au ist jedoch wenig besiedelt und liegt wie die ganze Bahnstrecke abseits des Ortszentrums von Emmering. Die heutige öffentliche Anbindung der Gemeinde Emmering an die S4 erfolgt über die Buslinie 844, der vom Bhf. Eichenau zum Bhf. Fürstenfeldbruck pendelt. Dieser müsste dann eine zusätzliche Schleife zum neuen Bhf. Emmering fahren. Oder die Emmeringer erreichen Ihren Bahnhof mit dem Fahrrad. Dem geringen zeitlichen Vorteil der Fahrgäste aus Emmering steht ein zeitlicher Nachteil für Tausende von Fahrgästen gegenüber, die mit der S-Bahn von und nach Fürstenfeldbruck bis Geltendorf unterwegs sind. Zudem läge der Bhf. Emmering auf dem kritischen - auch nach dem geplanten dreigleisigen Ausbau bis Eichenau - am meisten belasteten Streckenabschnitt. Der S-Bahnhalt in Emmering würde somit auch die Regional- und Fernverkehre behindern. Solange die Strecke hier zweigleisig ist, können wir einen neuen Halt nicht befürworten.

Wir fordern die Machbarkeitsstudie für einen S-Bahn-Halt in Emmering nicht durchzuführen.

 

12. Querungen zwischen Emmering und Fürstenfeldbruck:

Zwischen Emmering und Fürstenfeldbruck liegen auf der Strecke eine Unterführung, die in Verlängerung der Schwabenbergstraße (Emmering), die Emmeringer Leite im Süden erschließt, und ein höhengleicher Fußgänger-Übergang in Verlängerung der Tonwerkstraße (auf Fürstenfeldbrucker Flur) zum Emmeringer-Ortsteil Tonwerk (Cafe Rodelbahn), der für die Anbindung des Ortsteils und für Erholungssuchende von Bedeutung ist. Wir gehen davon aus, dass beide Querungen kreuzungsfrei durch Unterführungen realisiert werden, wobei am Cafe Rodelbahn wahrscheinlich eine Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung ausreicht.

 

13. Bahnhöfe Fürstenfeldbruck und Buchenau:

Der Bahnhof Fürstenfeldbruck ist viergleisig mit bestehendem Mittelbahnsteig für die S-Bahn (Gleis 2 und 3). Auf unsere Initiative mit der Gründung des Aktionsbündnisses „Bahnhof Buchenau barrierefrei“ konnte erreicht werden, dass der Bahnsteig Gleis 1 vorab ab 2020 auf 76 cm erhöht werden soll, um den entfallenen Halt von Regionalzügen in der Kreisstadt wieder zu gewährleisten. Betriebstechnisch ungünstig ist jedoch der Halt der Regionalzüge in Richtung München, da sie vor dem Bahnhof von Gleis 3 auf Gleis 1 und nach dem Halt wieder von Gleis 1 auf Gleis 3 kreuzen müssen - und dies auf dem kritischen am meisten belasteten Streckenabschnitt. Sinnvoller wäre der Bau eines neuen Bahnsteigs für den Halt der Regionalzüge Richtung München im Süden auf Gleis 4.

 

Der Bahnhof Buchenau soll vorab 2019 barrierefrei ausgebaut. Er erhält einen neuen Süd-Außenbahnsteig und eine neue Fußgängerunterführung mit Aufzügen zu allen 3 Bahnsteigen. Die Außenbahnsteige sind über Rampen barrierefrei ohne Aufzug zu erreichen. Alle Bahnsteige erhalten S-Bahnhöhe 96 cm. Der Regionalzughalt in Buchenau entfällt (dafür Ersatz: Gleis 1 Bhf. FFB).

 

Da von „Entwurfsgeschwindigkeiten 150/160 km/h“ in der Ausbauplanung der Bahn die Rede ist, sind die Bahnhöfe FFB und Buchenau eigentlich Fehlplanungen, da die geraden Durchfahrtsgleise für die Schnellzüge auch immer die S-Bahngleise sind. Die Gefährdung der Fahrgäste auf den Bahnsteigen bei Schnelldurchfahrten ist vorprogrammiert! Konsequent für den Bhf. FFB wäre es, die langsameren S-Bahnen mit Weichen auf die Außenbahnsteige Gleis 1 und 4 auszuleiten (Bahnsteighöhe 96 cm), und die schnelleren Regional- und Fernverkehrszüge mittig auf den geraden Gleis 2 und 3 fahren zu lassen (Bahnsteighöhe 76 cm). Doch genau das Gegenteil davon soll jetzt gebaut werden. Ein wahrer Schildbürgerstreich!

 

14. Bereich Engelsberg, Kloster Fürstenfeld und Amperbrücke:

Der sensible Bereich des FFH- und Naturschutzgebietes Ampertal und Leitenwälder zwischen Bhf. FFB und der Amperbrücke sind von der Ausbaumaßnahme nicht betroffen.


15. Gewässer-Querungen
Es bestehen bereits jetzt einige Gewässer-Querungen mit Durchlässen. Unabhängig von der Ausbau-Dimension ist im Zuge der Planung zu prüfen, wie die Durchgängigkeit der Gewässer und ihre Hochwasser-Durchleitungsfunktion ggf. verbessert werden kann. Bestehende Verrohrungen sollten möglichst ökologisch funktional aufgewertet werden (statt einer Verlängerung der Verrohrung wie in der Scoping-Unterlage S. 22 vorgesehen), auch zur Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie.

Wir bitten um Berücksichtigung unserer Vorschläge und Anmerkungen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Christine Margraf                     gez. Eugenie Scherb                                       gez. Christian Hierneis

(Regionalreferentin)                      1. Vorsitzende BN-Kreisgruppe                 1. Vorsitzender BN-Kreisgruppe
                                                               Fürstenfeldbruck                                            München

 

Bahnhof Buchenau barrierefrei - Beschluss Stadtratssitzung 13.12.2016

Der Stadtrat FFB hat in seiner Sitzung vom 13.12.2016 z.T. einstimmig, z.T. mit großer Mehrheit beschlossen, die Forderungen des Aktionsbündnisses zu unterstützen und die Petition zu unterzeichnen. Im Einzelnen wurde beschlossen:

1. Die Stadt Fürstenfeldbruck fordert die DB auf, ihre Planung für den Umbau des Bahnhofs Buchenau dahingehend zu ändern, dass der Mittelbahnsteig auf 96 cm angehoben wird, um eine komplette Barrierefreiheit auf allen Bahnsteigen herzustellen.

2. Um dies zu ermöglichen, wird der Freistaat Bayern gebeten, seine „Bestellung“ bei der DB dahingehend zu ändern, dass auf die Vorgabe eines möglichen Regionalzughalts am Bahnhof Buchenau verzichtet wird.

3. Die Stadt Fürstenfeldbruck dringt darauf, den Bahnhof Fürstenfeldbruck wie in anderen Kreisstädten für einen Regionalzughalt in einem regelmäßigen Stundentakt auszubauen.

4. Die Stadt schließt sich der Petition an den Bayerischen Landtag zum uneingeschränkt barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau an und unterzeichnet diese durch den Oberbürgermeister oder seine Vertreter/in.

5. Die Stadt Fürstenfeldbruck fordert die DB auf, die Breite der Bahnsteige unverändert zu lassen, um für die Sicherheit der wartenden Fahrgäste auch bei sehr schnellen Zugdurchfahrten (Beschleunigung Zugstrecke München- Zürich) zu sorgen.

Außerdem wird sich die Stadt - falls erforderlich - an den entstehenden Mehrkosten beteiligen.

Vertreter der Bahn haben signalisiert, dass dies möglich sei, allerdings bis Ende Januar 2017 in das laufende Planungsverfahren eingebracht werden muss, damit der Baubeginn unverändert Anfang 2019 erfolgen kann. Die Einhaltung dieser Zeitschiene überlassen wir nun vertrauensvoll der zuständigen Stadtverwaltung. Außerdem bedanken wir uns beim Stadtrat für die ausgedrückte Anerkennung und Unterstützung unserer Arbeit.

Nachdem der Stadtrat unsere Forderungen auf einen guten Weg gebracht hat, bleibt es dabei, dass die Petition vorerst nicht eingereicht wird und auch endgültig zurückgezogen wird, wenn ein rechtsgültiges Planverfahren unsere Forderungen aufgenommen hat.

21.12.2016 Martin Haisch, Aktionsbündnis und Verkehrsforum FFB

Fürstenfeldbruck 11.12.2016 Offener Brief: Barrierefreiheit, S4-Ausbau und Regionalzughalt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Raff,

das VERKEHRSFORUM FFB als Mit-Initiator der Petition des Aktionsbündnisses „Bahnhof Buchenau barrierefrei“ schließt sich den Beschlüssen des Bündnisses vom 01.12.2016 an, die Petition zunächst nicht einzureichen, von der Stadt aber eine Mitunterzeichnung zu erwarten. Mit der Erhöhung des Mittelbahnsteiges und mit behindertengerechten Rampen zu den Außenbahnsteigen wären die vorrangigen Forderungen des Bündnisses erfüllt. Jedoch liegen an den S-Bahn-Außenbahnsteigen auch zukünftig die Durchfahrtsgleise der Schnellzüge, die diese mit bis zu 160 km/h befahren können, laut Vertrag mit der Schweiz befahren müssen (Fahrzeit München-Zürich 3 Std. 15 Min.). Die geplante Reduzierung der heute 3 m breiten Bahnsteige auf 2,5 m ist da kontraproduktiv in Bezug auf die Verkehrssicherheit der S-Bahn-Fahrgäste, vor allem von Kindern und behinderten oder alten Menschen. Wir bitten Sie hier dringend darauf hin zu wirken, dass die Bahn von der Reduzierung Abstand nimmt.

Darüber hinaus treten wir als VERKEHRSFORUM FFB für weitere Verbesserungen auf unserer Bahnstrecke München – Lindau ein. Eine Trennung zwischen Ferngleisen und S-Bahngleisen im Bahnhof wäre sowohl aus Gründen der Verkehrssicherheit als auch aus betriebstechnischen Gründen sinnvoll und zukunftsfähig, was einen viergleisigen Ausbau hier zumindest des Bahnhofs bedeuten würde. Zumindest die Grundstücksflächen für ein viertes Gleis sollten freigehalten werden.

Mit Sorge sehen wir deshalb auch die Festlegung des Ausbaus der Strecke auf 3 Gleise von Pasing bis Eichenau, mit Verkauf der Restgrundstücke. Ein viertes Gleis wird dann, wenn wir es in naher Zukunft brauchen, nie mehr möglich sein. Anstatt sich die Zukunft zu verbauen, sollten wir lieber jetzt mit dem gleichen Geld ein kürzeres Stück 4-gleisig ausbauen, und die Ausbaustrecke später stufenweise verlängern. Ein Skandal ist in diesem Zusammenhang die weitere Verschleppung des Streckenausbaues durch DB und Bayr. Staatregierung auf den St. Nimmerleins Tag, nach Fertigstellung der 2.Stammstrecke!

Ein Skandal ist auch die unvermittelte Streichung der Regionalzughalte im Bahnhof FFB vor genau einem Jahr. Bisher waren DB und Bayr. Staatsregierung unfähig, dafür Ersatz zu schaffen. Der Ausbau von Gleis 1 im Bhf. FFB steht genauso in den Sternen wie der gesamte Streckenausbau. Nun sind durch die Erhöhung des Mittelbahnsteigs im Bahnhof Buchenau laut Aussage der DB Regionalzughalte auch dort nicht mehr möglich. Zur Zukunftsfähigkeit der DB gehört es für uns, einen Regionalzughalt zumindest in einem der beiden Bahnhöfe der Großen Kreisstadt anzubieten. Überhaupt können wir die Logik der Verantwortlichen nicht nachvollziehen: Es werden Doppelstock-Züge bestellt und eingesetzt, die für die Bahnsteighöhen untauglich sind! Wäre es nicht klüger, die Züge den Bahnsteighöhen anzupassen, sprich nur solche einzusetzen, die auch die barrierefreien S-Bahnsteighöhen im Münchner Raum anfahren können?

Wir wünschen uns im Interesse der Fahrgäste und der Umwelt schnelle und zukunftsfähige Lösungen, die die Bahn zur wirklichen Alternative zum Auto machen. Wir bitten Sie, Herr Bürgermeister, sich für die Belange der umweltfreundlichen Bahnfahrgäste einzusetzen, die Petition als Stadtoberhaupt mit zu unterzeichnen und die Interessen der Fahrgäste vor Bahn und Staatsregierung energisch zu vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Brückner, gez. Alexa Zierl, Martin Haisch

VERKEHRSFORUM FFB

 

Fürstenfeldbruck, 10.12.2015: Leserbrief S4-Ausbau

Tagblatt-Artikel vom 28./29.11.2015 „Ausbau dauert: S4 fällt aus Förderprogramm“

SZ-Artikel vom 04.12.2015 „Bundeshaushalt bremst S-Bahnbau“

Tagblatt-Artikel vom 09.12.2015 „Neue Watschn für Pendler auf der S4“

 

Die jahrelange Kette von Negativ-Schlagzeilen zu Verbesserungen der S4 zeigt das zweifache Versagen der Staatsregierung, sowohl in der Verkehrspolitik als auch in der Landesplanung. Denn laut Prognosen wird der Ballungsraum München in den nächsten Jahren um weitere 200.000 bis 300.000 Zuzügler wachsen (die Flüchtlinge noch nicht mitgezählt). Die Staatsregierung lässt es zu, ohne steuernd einzugreifen, und scheint sich der Tragweite ihres Nichtstuns nicht bewusst zu sein. Die Förderung von ländlichen Gebieten und die Schaffung von gleichwertigen Lebensbedingungen auf dem Lande stehen nur noch auf dem Papier.

 

Doch der Ausbau der umweltfreundlichen Verkehrsmittel stagniert und ist einem Zuzug nicht gewachsen. Auf dem S4-Westast Pasing-FFB verkehren sogar nachweislich weniger Züge als vor 25 Jahren, obwohl sich das Fahrgastaufkommen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt hat. Auf Grund der vollen Züge und dem schlechten Angebot steigen in jüngster Zeit viele Pendler nach München wieder auf das eigene Auto um. Die täglichen Auswirkungen sind dramatisch: Stehender Verkehr auf der neu ausgebauten B2 vor Puchheim, wie in früheren Zeiten. Stehender Verkehr auf der A96 vor Germering. Blockabfertigung auf der A99, dem Westabschnitt des Autobahnrings um München, vor Aubinger und Allacher Tunnel.

 

Die Lösungen der Staatsregierung sind der 6-spurige Ausbau der A96, der 6-spurige Ausbau der A99 West, der 8-spurige Ausbau der A99 Nord. Bald wird es Überlegungen geben, die erst neu gebaute B2 von Puchheim bis zur A99 vierspurig auszubauen. Und bald wird der Autobahn-Südring um München wieder aus dem Hut gezaubert. Geht’s noch? Diese Projekte kosten Milliarden unserer Steuergelder und werden Ruck-Zuck durchgeboxt. Für neue Straßen ist immer genügend Geld da, während der S4-Ausbau seit Jahrzehnten bewusst von den Verantwortlichen verschleppt wird, und seine Notwendigkeit erst durch zweifelhafte Kosten-Nutzen-Analysen beweisen muss. Die Politiker müssen blind sein, die den offensichtlichen Bedarf nicht sehen!

 

Die Straßenbaupolitik der letzten Jahrzehnte konnte unsere Verkehrsprobleme nicht lösen und wird sie auch nie lösen. Je attraktiver das Straßennetz ausgebaut wird, umso schneller füllt es sich mit Autos. Die Verkehrspolitik der Staatsregierung, die den Individualverkehr fördert, ist in erheblichem Maße für die Versiegelung und Zerstörung unserer Landschaft und Naherholungsflächen verantwortlich. Diese Politik ist seit langem gescheitert. Um in einer Metropolregion „Massen“ zu bewegen, müssen umweltfreundliche Massenverkehrsmittel attraktiv ausgebaut werden. Die Verkehrswende weg vom Auto und hin zum Umweltverbund ist eine auch klimapolitische Notwendigkeit. Auch der Verkehrssektor muss endlich seinen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten, wenn wir auf diesem Planeten überleben wollen.

 

Wir brauchen den S4-Ausbau jetzt, und eine weitere Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs und eine Stärkung der Tangential-Linien, die den Knotenpunkt München entlasten. Ein großes Dankeschön gilt dem Landratsamt und allen Landkreispolitikern, die sich seit Jahren für diese Ziele einsetzen, und mit neuen Expresslinien ein attraktives Angebot schaffen.

 

Thomas Brückner, VERKEHRSFORUM FFB

 

Petition

Die seit langem geplanten und überfälligen Ausbaumaßnahmen des Westastes der S 4 zwischen Pasing und Buchenau wurden vor kurzem durch die Bayerische Staatsregierung gestoppt. Das ist nicht hinnehmbar, da sehr viele regelmäßige S-Bahn-NutzerInnen auf lange Zeit dadurch erhebliche Nachteile erleiden. Die Linie S4 ist bereits jetzt eine der am stärksten genutzten Strecken im S-Bahnnetz, die gekennzeichnet ist durch ständige Überfüllung zu den Hauptverkehrszeiten und permanente Verspätungen. Wir fordern deshalb Landtag und Staatsregierung auf, schnellstmöglich bauliche Maßnahmen planen und realisieren zu lassen, die den S-Bahn-Verkehr der S 4 vom Fern-, Regional- und Güterverkehr trennen, um dichteren und störungsfreien S-Bahn-Verkehr zu fahren. Kurzfristig fordern wir den Einsatz von Verstärker- und Langzügen.

Unterschreiben können Sie diese Online-Petition nach einem Klick auf die Zeichung.