VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Aktuelles

Bahnhof Buchenau barrierefrei - Beschluss Stadtratssitzung 13.12.2016

Der Stadtrat FFB hat in seiner Sitzung vom 13.12.2016 z.T. einstimmig, z.T. mit großer Mehrheit beschlossen, die Forderungen des Aktionsbündnisses zu unterstützen und die Petition zu unterzeichnen. Im Einzelnen wurde beschlossen:

1. Die Stadt Fürstenfeldbruck fordert die DB auf, ihre Planung für den Umbau des Bahnhofs Buchenau dahingehend zu ändern, dass der Mittelbahnsteig auf 96 cm angehoben wird, um eine komplette Barrierefreiheit auf allen Bahnsteigen herzustellen.

2. Um dies zu ermöglichen, wird der Freistaat Bayern gebeten, seine „Bestellung“ bei der DB dahingehend zu ändern, dass auf die Vorgabe eines möglichen Regionalzughalts am Bahnhof Buchenau verzichtet wird.

3. Die Stadt Fürstenfeldbruck dringt darauf, den Bahnhof Fürstenfeldbruck wie in anderen Kreisstädten für einen Regionalzughalt in einem regelmäßigen Stundentakt auszubauen.

4. Die Stadt schließt sich der Petition an den Bayerischen Landtag zum uneingeschränkt barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau an und unterzeichnet diese durch den Oberbürgermeister oder seine Vertreter/in.

5. Die Stadt Fürstenfeldbruck fordert die DB auf, die Breite der Bahnsteige unverändert zu lassen, um für die Sicherheit der wartenden Fahrgäste auch bei sehr schnellen Zugdurchfahrten (Beschleunigung Zugstrecke München- Zürich) zu sorgen.

Außerdem wird sich die Stadt - falls erforderlich - an den entstehenden Mehrkosten beteiligen.

Vertreter der Bahn haben signalisiert, dass dies möglich sei, allerdings bis Ende Januar 2017 in das laufende Planungsverfahren eingebracht werden muss, damit der Baubeginn unverändert Anfang 2019 erfolgen kann. Die Einhaltung dieser Zeitschiene überlassen wir nun vertrauensvoll der zuständigen Stadtverwaltung. Außerdem bedanken wir uns beim Stadtrat für die ausgedrückte Anerkennung und Unterstützung unserer Arbeit.

Nachdem der Stadtrat unsere Forderungen auf einen guten Weg gebracht hat, bleibt es dabei, dass die Petition vorerst nicht eingereicht wird und auch endgültig zurückgezogen wird, wenn ein rechtsgültiges Planverfahren unsere Forderungen aufgenommen hat.

21.12.2016 Martin Haisch, Aktionsbündnis und Verkehrsforum FFB

Fürstenfeldbruck 11.12.2016 Offener Brief: Barrierefreiheit, S4-Ausbau und Regionalzughalt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Raff,

das VERKEHRSFORUM FFB als Mit-Initiator der Petition des Aktionsbündnisses „Bahnhof Buchenau barrierefrei“ schließt sich den Beschlüssen des Bündnisses vom 01.12.2016 an, die Petition zunächst nicht einzureichen, von der Stadt aber eine Mitunterzeichnung zu erwarten. Mit der Erhöhung des Mittelbahnsteiges und mit behindertengerechten Rampen zu den Außenbahnsteigen wären die vorrangigen Forderungen des Bündnisses erfüllt. Jedoch liegen an den S-Bahn-Außenbahnsteigen auch zukünftig die Durchfahrtsgleise der Schnellzüge, die diese mit bis zu 160 km/h befahren können, laut Vertrag mit der Schweiz befahren müssen (Fahrzeit München-Zürich 3 Std. 15 Min.). Die geplante Reduzierung der heute 3 m breiten Bahnsteige auf 2,5 m ist da kontraproduktiv in Bezug auf die Verkehrssicherheit der S-Bahn-Fahrgäste, vor allem von Kindern und behinderten oder alten Menschen. Wir bitten Sie hier dringend darauf hin zu wirken, dass die Bahn von der Reduzierung Abstand nimmt.

Darüber hinaus treten wir als VERKEHRSFORUM FFB für weitere Verbesserungen auf unserer Bahnstrecke München – Lindau ein. Eine Trennung zwischen Ferngleisen und S-Bahngleisen im Bahnhof wäre sowohl aus Gründen der Verkehrssicherheit als auch aus betriebstechnischen Gründen sinnvoll und zukunftsfähig, was einen viergleisigen Ausbau hier zumindest des Bahnhofs bedeuten würde. Zumindest die Grundstücksflächen für ein viertes Gleis sollten freigehalten werden.

Mit Sorge sehen wir deshalb auch die Festlegung des Ausbaus der Strecke auf 3 Gleise von Pasing bis Eichenau, mit Verkauf der Restgrundstücke. Ein viertes Gleis wird dann, wenn wir es in naher Zukunft brauchen, nie mehr möglich sein. Anstatt sich die Zukunft zu verbauen, sollten wir lieber jetzt mit dem gleichen Geld ein kürzeres Stück 4-gleisig ausbauen, und die Ausbaustrecke später stufenweise verlängern. Ein Skandal ist in diesem Zusammenhang die weitere Verschleppung des Streckenausbaues durch DB und Bayr. Staatregierung auf den St. Nimmerleins Tag, nach Fertigstellung der 2.Stammstrecke!

Ein Skandal ist auch die unvermittelte Streichung der Regionalzughalte im Bahnhof FFB vor genau einem Jahr. Bisher waren DB und Bayr. Staatsregierung unfähig, dafür Ersatz zu schaffen. Der Ausbau von Gleis 1 im Bhf. FFB steht genauso in den Sternen wie der gesamte Streckenausbau. Nun sind durch die Erhöhung des Mittelbahnsteigs im Bahnhof Buchenau laut Aussage der DB Regionalzughalte auch dort nicht mehr möglich. Zur Zukunftsfähigkeit der DB gehört es für uns, einen Regionalzughalt zumindest in einem der beiden Bahnhöfe der Großen Kreisstadt anzubieten. Überhaupt können wir die Logik der Verantwortlichen nicht nachvollziehen: Es werden Doppelstock-Züge bestellt und eingesetzt, die für die Bahnsteighöhen untauglich sind! Wäre es nicht klüger, die Züge den Bahnsteighöhen anzupassen, sprich nur solche einzusetzen, die auch die barrierefreien S-Bahnsteighöhen im Münchner Raum anfahren können?

Wir wünschen uns im Interesse der Fahrgäste und der Umwelt schnelle und zukunftsfähige Lösungen, die die Bahn zur wirklichen Alternative zum Auto machen. Wir bitten Sie, Herr Bürgermeister, sich für die Belange der umweltfreundlichen Bahnfahrgäste einzusetzen, die Petition als Stadtoberhaupt mit zu unterzeichnen und die Interessen der Fahrgäste vor Bahn und Staatsregierung energisch zu vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Brückner, gez. Alexa Zierl, Martin Haisch

VERKEHRSFORUM FFB

 

Fürstenfeldbruck, 10.12.2015: Leserbrief S4-Ausbau

Tagblatt-Artikel vom 28./29.11.2015 „Ausbau dauert: S4 fällt aus Förderprogramm“

SZ-Artikel vom 04.12.2015 „Bundeshaushalt bremst S-Bahnbau“

Tagblatt-Artikel vom 09.12.2015 „Neue Watschn für Pendler auf der S4“

 

Die jahrelange Kette von Negativ-Schlagzeilen zu Verbesserungen der S4 zeigt das zweifache Versagen der Staatsregierung, sowohl in der Verkehrspolitik als auch in der Landesplanung. Denn laut Prognosen wird der Ballungsraum München in den nächsten Jahren um weitere 200.000 bis 300.000 Zuzügler wachsen (die Flüchtlinge noch nicht mitgezählt). Die Staatsregierung lässt es zu, ohne steuernd einzugreifen, und scheint sich der Tragweite ihres Nichtstuns nicht bewusst zu sein. Die Förderung von ländlichen Gebieten und die Schaffung von gleichwertigen Lebensbedingungen auf dem Lande stehen nur noch auf dem Papier.

 

Doch der Ausbau der umweltfreundlichen Verkehrsmittel stagniert und ist einem Zuzug nicht gewachsen. Auf dem S4-Westast Pasing-FFB verkehren sogar nachweislich weniger Züge als vor 25 Jahren, obwohl sich das Fahrgastaufkommen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt hat. Auf Grund der vollen Züge und dem schlechten Angebot steigen in jüngster Zeit viele Pendler nach München wieder auf das eigene Auto um. Die täglichen Auswirkungen sind dramatisch: Stehender Verkehr auf der neu ausgebauten B2 vor Puchheim, wie in früheren Zeiten. Stehender Verkehr auf der A96 vor Germering. Blockabfertigung auf der A99, dem Westabschnitt des Autobahnrings um München, vor Aubinger und Allacher Tunnel.

 

Die Lösungen der Staatsregierung sind der 6-spurige Ausbau der A96, der 6-spurige Ausbau der A99 West, der 8-spurige Ausbau der A99 Nord. Bald wird es Überlegungen geben, die erst neu gebaute B2 von Puchheim bis zur A99 vierspurig auszubauen. Und bald wird der Autobahn-Südring um München wieder aus dem Hut gezaubert. Geht’s noch? Diese Projekte kosten Milliarden unserer Steuergelder und werden Ruck-Zuck durchgeboxt. Für neue Straßen ist immer genügend Geld da, während der S4-Ausbau seit Jahrzehnten bewusst von den Verantwortlichen verschleppt wird, und seine Notwendigkeit erst durch zweifelhafte Kosten-Nutzen-Analysen beweisen muss. Die Politiker müssen blind sein, die den offensichtlichen Bedarf nicht sehen!

 

Die Straßenbaupolitik der letzten Jahrzehnte konnte unsere Verkehrsprobleme nicht lösen und wird sie auch nie lösen. Je attraktiver das Straßennetz ausgebaut wird, umso schneller füllt es sich mit Autos. Die Verkehrspolitik der Staatsregierung, die den Individualverkehr fördert, ist in erheblichem Maße für die Versiegelung und Zerstörung unserer Landschaft und Naherholungsflächen verantwortlich. Diese Politik ist seit langem gescheitert. Um in einer Metropolregion „Massen“ zu bewegen, müssen umweltfreundliche Massenverkehrsmittel attraktiv ausgebaut werden. Die Verkehrswende weg vom Auto und hin zum Umweltverbund ist eine auch klimapolitische Notwendigkeit. Auch der Verkehrssektor muss endlich seinen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten, wenn wir auf diesem Planeten überleben wollen.

 

Wir brauchen den S4-Ausbau jetzt, und eine weitere Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs und eine Stärkung der Tangential-Linien, die den Knotenpunkt München entlasten. Ein großes Dankeschön gilt dem Landratsamt und allen Landkreispolitikern, die sich seit Jahren für diese Ziele einsetzen, und mit neuen Expresslinien ein attraktives Angebot schaffen.

 

Thomas Brückner, VERKEHRSFORUM FFB

 

Petition

Die seit langem geplanten und überfälligen Ausbaumaßnahmen des Westastes der S 4 zwischen Pasing und Buchenau wurden vor kurzem durch die Bayerische Staatsregierung gestoppt. Das ist nicht hinnehmbar, da sehr viele regelmäßige S-Bahn-NutzerInnen auf lange Zeit dadurch erhebliche Nachteile erleiden. Die Linie S4 ist bereits jetzt eine der am stärksten genutzten Strecken im S-Bahnnetz, die gekennzeichnet ist durch ständige Überfüllung zu den Hauptverkehrszeiten und permanente Verspätungen. Wir fordern deshalb Landtag und Staatsregierung auf, schnellstmöglich bauliche Maßnahmen planen und realisieren zu lassen, die den S-Bahn-Verkehr der S 4 vom Fern-, Regional- und Güterverkehr trennen, um dichteren und störungsfreien S-Bahn-Verkehr zu fahren. Kurzfristig fordern wir den Einsatz von Verstärker- und Langzügen.

Unterschreiben können Sie diese Online-Petition nach einem Klick auf die Zeichung.