VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Projektbeschreibung

Ausgangssituation

In der Bundesrepublik Deutschland und ihren Nachbarländern erfreuen sich Radfernwanderwege mit durchgehender Wegweisung zunehmender Beliebtheit. Die wahren Renner sind zum Beispiel der Altmühltal-Radweg, oder der Donau-Radweg Passau-Wien. Auf dem Donau-Radweg verkehren in der Hochsaison mehrere tausend Radler! Aushängeschilder werben mit Radlerfreundlichkeit.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck gab es bis 2001- außer dem Ammersee-Radweg durch Germering - keine Radfernwanderwege. Eine Radwegweisung mit Hinweisen auf überregionale Ziele fehlt ganz. Der Bund Naturschutz hat zusammen mit dem ADFC im Jahre 2000 die Initiative ergriffen für einen Radfernwanderweg im Ammer-Amper-Tal. In einer Gemeinschaftsaktion mit allen Kreisverbänden entlang der Strecke wurde die Route ausgearbeitet. Wesentliche Eingriffe in die Natur wurden dabei vermieden, wertvolle Naturschutzgebiete z.T. umfahren. Als Auftakt-veranstaltungen wurden 2000 und 2001 geführte Radtouren durchgeführt, an denen jeweils 50 bis 60 Radler teilnahmen. Inzwischen ist der Radweg ins Bayernnetz für Radler aufgenommen, und die Route ist auf ganzer Länge ausgeschildert. In mehreren Landkreisen wurde eine Wegweisung mit Orts-, Ziel- und Entfernungsangabe ergänzt.

Es gibt einen Radwanderführer „Ammer-Amper-Radweg“ vom Galli-Verlag, der im Buchhandel und auch in unseren Geschäftstellen erhältlich ist. Er gliedert sich in drei Abschnitte: Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten, Kartenmaterial und Orts-Informationen wie z.B. Übernachtungshinweise.

Routenbeschreibung

Die Route des Radwegs verläuft entlang der Amper von Moosburg an der Isar über Allershausen, Dachau, Fürstenfeldbruck zur Nordspitze des Ammersees, weitestgehend am Ufer der Amper entlang, ohne nennenswerte Steigungen und über ruhige Feld- und Auenwege, weitab vom Verkehrslärm. Auf sanft hügeliger Strecke geht es am Westufer des Ammersees entlang, vom Südende des Ammersees wieder in flachem Gelände entlang der Ammer, weiter nach Weilheim und Peißenberg. Nach Peißenberg verlassen wir mit steilem Anstieg die hier nicht mehr befahrbare Ammerschlucht, und erreichen mit herrlichem Bergpanorama auf hügeliger bis bergiger Strecke unser Ziel Oberammergau.

Radweglänge:

Moosburg/Isar >>> Fürstenfeldbruck  ca. 100 km
Fürstenfeldbruck >>> Weilheimca.             50 km
Weilheim >>> Oberammergauca.               60 km
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Gesamtlängeca. 210 km

Verknüpfungsmöglichkeiten gibt es in Moosburg mit dem Isar-Radweg, bei Freising mit dem Abens-Radweg, bei Inning am Ammersee mit dem Ammersee-Radweg nach München und mit dem Bodensee-Radweg und im Bereich Schongau mit dem Lech-Radweg (Romantische Straße) sowie in Altenau mit dem Bodensee-Königssee-Radweg. In Oberammergau bieten sich Anschlussmöglichkeiten nach Garmisch-Partenkirchen bzw. nach Reutte in Tirol (Via Claudia-Augusta).

Entlang des Ammer- und Amperflusses gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete mit wundervollen Naturschönheiten, so z.B. das Ampermoos nördlich des Ammersees und die Ammerschlucht mit den Schleierfällen. Das gesamte Ammer-Amper-Tal ist Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) Gebiet, und genießt dadurch europäischen Schutz. Die Strecke bietet an vielen Stellen wunderbare Blicke ins Alpenpanorama und auch zahlreiche Bademöglichkeiten. Als besondere kulturelle Sehenswürdigkeiten zählen das Dachauer Schloss, das Zisterzienser-Kloster Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck, das Kloster Dießen am Ammersee, das Kloster Polling bei Weilheim und die Klosterkirche in Rottenbuch. Oberammergau mit seinem Passionsspielhaus, das Kloster Ettal sowie Schloss Linderhof in der näheren Umgebung bilden den krönenden Abschluß der Route.

Die Strecke des Ammer-Amper-Radweges führt sowohl auf gut ausgebauten, ruhigen Straßen, als auch auf Feld- oder Waldwegen, die nur geschottert sind. Wenn Kinder auf die Tour mitgenommen werden, bitten wir die Etappenbeschreibungen sorgfältig durchzulesen. Eine Mitnahme von Kindern oder Kinderanhängern ist leider nicht auf allen Teilstrecken empfehlenswert.

Naturkundliche Besonderheiten entlang der Strecke

(Verfasser Dr. W. Braun, Bund Naturschutz Dachau)

Das Fluss-System der Ammer und Amper hat eine Länge von rund 150 km. Auf dieser Strecke werden 430 Höhenmeter überwunden. Rund 200 m davon verliert die Ammer allein auf der 20 km langen Schlucht zwischen Altenau und Peißenberg.

Auf seinem Lauf strömt das Wasser durch verschiedene geologische Formationen. Das Quellgebiet im Graswangtal liegt im Bereich der Kalkalpen. Zwischen Oberammergau und Altenau durchbricht das Ammertal die alpine Flyschzone. Bei Altenau verläßt der Fluss die Alpen, durchschneidet aber dann in einer durchschnittlich 80 m tiefen Schlucht die sogenannte gefaltete Molasse. Bei Peißenberg kommt die Ammer in ein langgestrecktes bis zu 5 km breites Becken, das eine Gletscherzunge während der letzten (Würm-) Eiszeit ausgeformt hat. Hier befand sich einst ein riesiger See. Allerdings ist davon nur mehr ein Teil erhalten, nämlich der heutige Ammersee. Der Südteil des Beckens mit der Ebene von Weilheim und dem Ammerdelta wurde mit Sedimenten zugeschüttet. Der Nordteil verlandete zum Ampermoos zwischen Eching und Grafrath. Die Umrandung des Beckens besteht überwiegend aus Moränen.

Bei Grafrath durchbricht die Amper zunächst in einer Schlucht die Endmoränen der letzten Eiszeit. Dann strömt sie durch Moränenreste der vorletzten Eiszeit, der Riss-Eiszeit. Dabei weichen die Talhänge immer weiter auseinander und werden immer flacher. Schließlich verlaufen sie sich unterhalb von Fürstenfeldbruck in der Münchner Schotterebene. Bei Ottershausen tritt die Amper in das Tertiäre Hügelland ein. Sie strömt hier in einem breiten, von eiszeitlichen Schmelzwässern ausgeformten Tal bis zur Mündung in die Isar bei Moosburg.

Das Pflanzenkleid kann in zwei Abschnitte geteilt werden:

1. Im Ammertal, aber auch in der Umgebung des Ammerseebeckens werden die Wälder überwiegend von Rotbuchen und Fichten geprägt. Dazu kommen oft Bergahorne und Weißtannen. In Schluchtwäldern finden wir auch Bergulmen und Eschen. An den Wasserläufen, vor allem in den Ammerauen, wachsen Grauerlenwälder. In nassen Senken konnten sich unter dem Einfluss des niederschlagsreichen und kühlen Klimas Moore bilden. Ettaler Weidmoos, Pulvermoos bei Unterammergau und Weilheimer Moos sind berühmt wegen ihrer bunten Blumenwelt, Ammerdelta, Herrschinger Moos und Ampermoos auch wegen ihrer seltenen Vögel. Die Landwirtschaft ist vor allem auf Viehzucht und Milchwirtschaft ausgerichtet. Deshalb herrschen auf den unbewaldeten Flächen Wiesen und Weiden vor.

2. Auf trockenen Teilen der Münchner Schotterebene und an den Talhängen des Tertiären Hügellandes sind Eichen und Hainbuchen die bestimmenden Baumarten, soweit noch Wälder vorhanden sind. In den Amperauen sind Grauerlenwälder, bzw. am Fluss-Unterlauf auch Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder verbreitet. Daneben gedeihen Reste von Silberweiden-Pappel-Beständen. In Bereich von Altwassern wachsen u. a. Teichrosenbestände, Schilf-Röhrichte, Mädesüß-Staudenfluren und bunte Streuwiesen. Auf land-wirtschaftlichen Flächen überwiegt das Ackerland. Wiesen sind gewöhnlich auf feuchte Talniederungen beschränkt.

Kontakt:

Wir wünschen den Benutzern des Ammer-Amper-Radweges allseits gute Fahrt und viel Freude und Erholung. Falls Sie weitere Infos brauchen, Anregungen, Kritik oder auch Lob anbringen wollen, so können Sie das tun unter:

BN-Kreisgeschäftsstelle Fürstenfeldbruck, Am Brunnenhof 14, 82256 FFB
Tel./Fax 08141 / 6967, E-Mail <bund-naturschutz(at)ffb-org>
und:

ADFC Kreisverband Fürstenfeldbruck, Niederbronnerweg 5, 82256 FFB
Tel./Fax 08141 / 535 418, E-Mail <kontakt(at)adfc-ffb.de>

Projektteam „Ammer-Amper-Radweg“,
Thomas Brückner, Münchner Str.2, 82256 FFB,
Tel. 08141 / 666 006, E-Mail <tobmax(at)t-online.de>