VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

4. Maßnahmen motorisierter Verkehr

Stadtrat und Stadtverwaltung, beeinflusst von der Gewerbe- und Einzelhandelslobby, betreiben in FFB seit Jahrzehnten eine autofreundliche Politik. Jeder Punkt in der Stadt ist ungehindert anfahrbar, überall ist Parken erlaubt (siehe Hauptstraße), wird Parken gefördert (Bau neuer Parkhäuser mit Steuergeldern) und begünstigt (kostenfreies Parken oder Rückerstattung der Parkgebühr durch Einzelhandel). Zahlreiche Gehwege wurden in der Vergangenheit (unter OB Kellerer) zum Parken freigegeben.

4.01. Ableitung des überörtlichen Verkehrs

Forderungskatalog:

  • Durch Schaffung von verbesserten Anschlussmöglichkeiten für den motorisierten Verkehr aus dem westlichen Landkreis an die B 471 (Vorfahrtsberechtigung für diese Fahrbeziehung erleichtert die Umorientierung der Verkehrsströme Richtung A8 und Eschenrieder Spange).
  • Bauliche Maßnahmen gegen das ungebremste Einfahren in die Stadt (z.B. Kreisverkehre, besondere Abbiegespuren).
  • Fernhaltung des ortsfremden Durchgangsverkehrs, vor allem des Schwerlastverkehrs, durch Tonnagebegrenzungen.

4.01.01. Ableitung des (Schwer-)Lastverkehrs aus der gesamten Stadt

Forderung:

  • Verbannung des (Schwer-)Lastverkehrs aus der gesamten Stadt ab 2,8 t zul. Gesamtgewicht (siehe Umweltzone München). Sie dient dem Schutz der Brucker BürgerInnen vor Lärm, Feinstaub, Dieselruß und Abgasen, erhöht die Verkehrssicherheit, gerade für die schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen, entlastet aller innerstädtischen Straßen, vor allem Hauptstraße, aber auch Landsberger, Rothschwaiger und Buchenauer Straße, und reduziert die Bauunterhaltskosten im städtischen Straßennetz, da die Fahrbahnbelastungen erheblich abnehmen.

Situation:

  • Der zunehmende Schwerlastverkehr ist vielen Brucker BürgerInnen ein Dorn im Auge. Klagen kommen sowohl aus dem Innenstadtbereich als auch aus dem Brucker Westen. Die eingerichtete Empfehlungsroute wird nicht von allen angenommen. Die Einhaltung der Tonnagebeschränkung auf der historischern Amperbrücke wird von der Polizei nicht kontrolliert. Dagegen hat Oberschleißheim - trotz der B471 durch den Ort - seit Jahren eine Tonnagebeschränkung auf 7,5 Tonnen für das gesamte Stadtgebiet. In München ist eine Umweltzone innerhalb des mittleren Ringes mit Beschränkung auf 3,5 Tonnen 2008 eingerichtet worden.

Einzelmaßnahmen:

  • Sperrung des gesamten Stadtgebiets für den ortsfremden Güterverkehr ab 3,5 Tonnen.
  • Umleitung des Güterverkehrs zwingend über die sogenannte Südumfahrung (von der B2 über Oskar-von-Miller, Fürstenfelder und äußere Schöngeisinger Straße zur B471, Anschluss Buchenau).

4.01.02. Verkehrslenkungs- und –beruhigungskonzept Innenstadt

siehe Kapitel 5

 

4.02. Bündelung des Verkehrs

Forderungskatalog:
Bündelung des Verkehrs auf ein bestehendes Netz von wenigen leistungsfähigen Straßen

  • mit möglichst staufreiem Verkehrsfluss, durch Abbau von Verkehrshindernissen (z.B. Störung durch ständiges Ein- und Ausparken auf Kurzzeitparkplätzen).
  • mit möglichst eigenen Radwegen, Radfahrstreifen bzw. -spuren.
  • mit eigenen Spuren für den ÖPNV in unvermeidbaren Staubereichen mit Vorrangschaltung, mit Mitbenutzung dieser Spuren durch Radler und Taxi.
  • mit Grüner Welle zur Verbesserung des Verkehrsflusses.

Situation:

  • Stadtrat und Stadtverwaltung haben kein vernünftiges Konzept, den motorisierten Verkehr zu bändigen. Zahlreiche Wohnviertel werden durch eilige Schleichwegfahrer belastet und die Anwohner gefährdet. Schlimmstes Beispiel ist die aktuelle Fehlplanung der Deichenstegtrasse, die als „Jahrhundertlösung“ von der Stadtratsmehrheit aus CSU und FW gepriesen wird: Motorisierter Verkehr wird durch die Planung bewusst in Wohnstraßen geleitet!

4.03. Errichten eines Parkleitsystems

Forderung:

  • Errichten eines Parkleitsystems zur Vermeidung von unnötigem Parksuchverkehr in der Innenstadt und unnötigen Belastungen von Wohnquartieren durch Zufahrten von Parkgaragen
    • als Parkraumkonzept mit ausschließlichem Anschluss an überörtliche- oder Erschließungsstraßen.
    • zur Parkraumbewirtschaftung.
    • zur Parkraumüberwachung.
  • Errichtung eines Parkdecks auf dem Volksfestplatz als zentraler City-Parkplatz mit Anfahrt über Augsburger und Marthabräustraße, und direkter Fußgängerverbindung zur Hauptstraße über Rathaushof.

Situation:

  • Stadtrat und Stadtverwaltung fehlt sowohl der Wille als auch ein vernünftiges Konzept, den Parksuchverkehr aus der überlasteten Innenstadt fernzuhalten und gezielt auf verträglichere Standorte zu leiten. Bestes Beispiel dafür sind die Parkplätze in der Hauptstraße. Diese ca. 20 Parkplätze wechseln ca. 30 mal am Tag den Benutzer. Das ergibt ca. 600 Fahrzeuge pro Tag. Geht man davon aus, dass etwa doppelt so viele Fahrzeuge hier einen freien Parkplatz suchen aber nicht finden, sind das zusammen 1.800 Fahrzeuge am Tag, also mehr als 10% der Verkehrsbelastung in der Hauptstraße!

4.04. Flächenhafte Verkehrsberuhigung durch Tempo 30-Zonen

Forderung:
Flächenhafte Verkehrsberuhigung durch Tempo 30-Zonen für mehr Verkehrssicherheit in Wohngebieten, zur Verringerung des motorisierten Verkehrs (Schleichwegfahrer), zur Steigerung der Attraktivität für Rad- und Fußgängerverkehr, zur Verringerung des Lärmpegels (um bis zu 7 dbA), zur Verringerung von Abgas- und Feinstaubbelastung, und zur besseren Nutzung wohnungsnaher Freiflächen

  • durch Regelgeschwindigkeit Tempo 30 in der ganzen Stadt (ausgenommen leistungsfähige Straßen mit Tempo 50).
  • durch weitere Ausweisung von Tempo-30-Zonen in allen Wohnvierteln, auch in der Innenstadt, solange keine städtische Regelgeschwindigkeit umsetzbar ist.
  • durch einheitliche Rechts-vor-links-Regelung und Erinnerung durch auf die Fahrbahn angebrachte Hinweise auf Tempo 30.
  • durch flankierende bauliche Maßnahmen, an Zoneneingängen, Kreuzungen und Einmündungen nicht gleichwertiger Straßen.
  • durch Verbot der Einfahrt für ortsfremde LKW über 2,8t zul. Gesamtgewicht (Anlieger frei). Durchführung von Pilotprojekten zur Entrümpelung der Straßen vom Schilderwald (Beispiel: Blaue Zonen in München).

Situation:

  • Trotz anfänglicher Widerstände einiger Stadträte gegen Tempo-30-Zonen haben sich diese in zahlreichen Wohnvierteln zum Vorteil der dort wohnenden BürgerInnen etabliert. Ein nennenswertes Unfallgeschehen ist nicht festzustellen. Tempo 30 gilt auch als “fahrradverträgliche” Geschwindigkeit, die dem Radfahrer ausreichend Sicherheit im Mischverkehr bietet und somit teure bauliche Maßnahmen vermeidet.

Einzelmaßnahmen: