VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Radverkehrs-Konzept

Im AK Fahrradfreundliche Stadt wurden durch die Erarbeitung unseres Radverkehrs-Konzeptes bereits im Jahre 1992 die Weichen für die Zukunft gestellt, nach dem Motto: „Wir brauchen keine Radwege, sondern Wege zum Radfahren“. Gefordert wurde als erste Priorität die nahezu flächendeckende Ausweisung von Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten, in denen Radfahrer auf alternativen Trassen durch die Geschwindigkeitsreduzierung des motorisierten Verkehrs ausreichend Sicherheit genießen. Teure bauliche Radwege erübrigen sich hier!

Ferner wurde von Anfang an nach neuesten Erkenntnissen verstärkt der Sicherheitsvorteil von Radfahrstreifen und Radspuren in der Stadt gegenüber den Gefahrpunkten von Radwegen in den Vordergrund gestellt. Wo keine Radfahrstreifen oder Radspuren auf Erschließungsstraßen möglich waren, wurden zumindest geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen wie Tempobegrenzungen (auf 30 bzw. 40 km/h) und Fahrbahnrückbauten angeregt.

Gesicherte Fahrbahn-Überquerungsmöglichkeiten wie Mittelinseln und Zebrastreifen, die Freigabe von Fußwegen z.B. im Stadtpark, die Freigabe von Anliegerstraßen für Radfahrer, Randsteinabsenkungen und die Beseitigung von Hindernissen wie Absperrbügeln ergänzten das Gesamtpaket. Neuland betraten wir ziemlich früh mit der Forderung nach Freigabe aller Einbahnstraßen der Stadt für Radfahrer in Gegenrichtung. Weitere Schwerpunkte waren Forderungen nach Errichtung von gesicherten Fahrrad-Abstellanlagen vor allem an den Bahnhöfen (Radstationen), und nach einer Fahrrad-Abstellsatzung.

Das Gesamt-Konzept wurde 1992 in der Bürgerversammlung einstimmig angenommen. Trotzdem wurde die Umsetzung der Einzelmaßnahmen ein zäher Kampf über Jahre und Jahrzehnte. Erst 2003 legte die Stadtverwaltung ein gleichwertiges Radfahrkonzept vor, das in wesentlichen Punkten die Forderungen des VERKEHRSFORUMS FFB übernahm.

Zunehmend verstärkte Unterstützung in Bezug auf den Radverkehr kommt seit einigen Jahren vom mitgliederstarken ADFC und dessen Orts- und Kreisvorsitzenden Peter Dreisow. Mit seiner Hilfe konnte 2004 ein von der Stadtspitze anerkannter Arbeitskreis Radverkehr ins Leben gerufen werden. ADFC und Bund Naturschutz vertreten hier gemeinsam die Interessen des Radverkehrs. I

Im AK Rad (seit 2010 Runder Tisch Radverkehr) werden mindestens zweimal im Jahr alle anstehenden baulichen Maßnahmen zusammen mit der Stadtverwaltung besprochen, und auf ihre Radfahrer-Freundlichkeit hin bewertet. Das VERKEHRSFORUM FFB kann zudem regelmäßig seine Prioritäten einfließen lassen.

Trotz beiderseitigem Bemühen liegen jedoch oft noch Welten zwischen den Vorstellungen der (Auto fahrenden) Vertreter der Stadtverwaltung und denen des VERKEHRSFORUMS FFB. Mancher Kompromiss musste in der Vergangenheit hart erkämpft werden. Trotzdem konnten seit 2004 viele Punkte der Prioritätenliste abgearbeitet, und zahlreiche Radverkehrsmaßnahmen in der Stadt umgesetzt werden. Andere zentrale Forderungen warten seit nunmehr 19 Jahren auf ihre Umsetzung.