VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Schritt 2: Verkehrsverlagerung auf den Umweltverbund

Im 2. Schritt bieten sich Möglichkeiten den Verkehr, der nicht vermeidbar ist, auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel, den Umweltverbund aus Fahrrädern, Bussen und Bahnen (ÖPNV) zu verlagern. Das Potential an Fahrten, das durch attraktive Angebote und Verknüpfungen aufgefangen werden kann, ist enorm groß und wird häufig unterschätzt. Die Kosten für die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV sind zudem um ein Vielfaches niedriger, als die Bau-, Unterhalts- und Folgekosten für zusätzliche Straßen und Parkgaragen. Für die Baukosten einer Tiefgarage, wie z.B. unter dem Viehmarkt geplant, könnte jahrzehntelang eine Citybus-Linie betrieben werden!

Noch kostengünstiger schneidet im Vergleich der Radverkehr ab. Ein Schweizer Gutachten (“Kosten- Nutzen-Vergleich integraler Veloförderung in Bern” von Christof Bähler) kommt zu dem Ergebnis, dass eine verstärkte Förderung des Radverkehrs die öffentliche Hand entlastet! Das Fahrrad ist unschlagbar das umweltfreundlichste Verkehrsmittel und eignet sich ideal zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs in unserer Stadt. Denn 50% aller Fahrten mit dem PKW sind kürzer als 5 km, eine ideale Radl-Distanz. Sogar 25% aller Fahrten sind kürzer als 2 km, eine Distanz, die man vor nicht allzu langer Zeit locker zu Fuß zurückgelegt hat.

Durch massive Förderung des umweltfreundlichen und zudem gesunden Radverkehrs bietet sich der Stadt eine große Chance, kostengünstig motorisierten Verkehr zu reduzieren. Der Radverkehrsanteil liegt vermutlich auch in FFB im Bundesdurchschnitt von ca. 9% aller Fahrten. In verschiedenen Städten in der BRD ist es durch gezielte Maßnahmen gelungen, den Anteil bis auf 30% zu erhöhen!

Jeder kann dazu etwas beitragen:

2.1 Bürgerinnen und Bürger

  • minimieren die Belastungen für Mensch und Natur durch die Wahl des richtigen Verkehrsmittels.

2.2 Die Stadt

  • lässt integrierte Gesamtverkehrskonzepte zur sinnvollen Verknüpfung aller Verkehrsmittel erarbeiten, und setzt diese um.
  • zeigt Mut zu neuen, teils unkonventionellen Lösungen, wenn diese einer zukunftsfähigen Mobilität förderlich sind (Vorbildfunktion).
  • setzt sich für die Umgestaltung des Brucker Bahnhofs zu einem Servicezentrum ein (* siehe Maßnahmenkatalog Punkt 1).
  • steigert die Attraktivität von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln (* siehe Maßnahmenkatalog Punkt 1).
  • setzt sich für die Verbesserung des Busangebotes, der Haltestellen, der Fahrzeuge, der Linienführung und der Fahrpreisgestaltung ein (* siehe Maßnahmenkatalog Punkt 1).
  • fördert energiesparende und schadstoffärmere Technologien sowie den Einsatz regenerativer Energien beim ÖPNV und auch dem eigenem Fuhrpark (* siehe Maßnahmenkatalog Punkt 1).
  • verzichtet auf den Bau neuer Parkdecks und Tiefgaragen (z.B. Viehmarkt), und steckt die dadurch freiwerdenden finanziellen Mittel in die Förderung des ÖPNV, bzw. nutzt diese zur Erstellung von Fahrradstationen (gesichertes Fahrradparkhaus mit Service und Fahrradverleih) an den Bahnhöfen.
  • berücksichtigt Radverkehrsbelange bei allen städtischen Planungen/Maßnahmen
  • setzt das vom Verkehrsforum FFB erarbeitete Radverkehrskonzept schrittweise um, bis ein sicheres, umweg- und hindernisfreies, geschlossenes und attraktives Radwegenetz besteht (** siehe Maßnahmenkatalog Punkt 2).
  • setzt sich verstärkt für die Belange der schwächsten Verkehrsteilnehmer ein (** siehe Maßnahmenkatalog Punkt 2).
  • fördert auch finanziell Aktionen und Projekte zur Verkehrsverlagerung wie Aktion „mit dem Fahrrad zur Arbeit“ (ADFC und AOK), alternative Verkehrsberatung (ADFC, VCD).
  • fördert den sanften Tourismus (Radfahren, Wandern) durch Information über geeignete Übernachtungsmöglichkeiten (fahrradfreundliche Hotels, „Bed and bike“, Privatunterkünfte, „Dachgeber“ usw.).

2.3 Planerinnen und Planer

  • beraten und unterstützen die Stadt fachgerecht bei der Erstellung und Umsetzung von integrierten Gesamtverkehrskonzepten.

2.4 Vebände und Vereine

  • betreiben alternative Verkehrsberatung.

2.5 Wirtschaftsunternehmen

  • steigern als Mobilitätsanbieter die Attraktivität umweltfreundlicher Verkehrsmittel und vermeiden unnötige (Leer-)Fahrten
  • wählen das jeweils umweltfreundlichste Transportmittel
  • regen ihre Mitarbeiter zur umweltschonenden Fahrt von/zur Arbeit an und unterstützen sie mit geeigneten Anreizen.

2.6 Mandatsträgerinnen und Mandatsträger

  • setzen sich für die verstärkte Förderung des Umweltverbunds ein.
  • setzen sich für die verstärkte Förderung des Bahnverkehrs ein, u.a. durch Kürzung der Mittel für den Straßenbau.
  • setzen sich für den Ausbau der Bahnstrecke München-Lindau ein (Elektrifizierung, Beschleunigung, teilweise viergleisiger Ausbau).
  • setzen sich für den Halt aller Regionalzüge in unserer „Großen Kreisstadt“ ein.
  • setzen sich für die Einführung des integralen Taktfahrplanes ein (ITF).
  • setzen sich für die Sicherheit in den S-Bahnen durch den Einsatz von Zugbegleitern ein.
  • setzen sich für Sauberkeit und erhöhtes Serviceangebot an Bahnhöfen und in Zügen ein.