VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Schritt 1: Verkehrsvermeidung

Mit dem 1. Schritt sollte unverzüglich begonnen werden. Hierzu dient vor allem das Modell der „Stadt der kurzen Wege“, d.h. eine intensive Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Einkauf und Freizeit. Wie wär’s, wenn Ihr Arbeitsplatz um die Ecke läge, in fußläufiger Entfernung?

Durch überlegte Planungen ist es möglich, Stadtviertel und Nutzungen durch Fuß- und Radwege so zu verknüpfen, dass das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren attraktiver als Autofahren ist. Wesentlich sind dabei eine bessere fußläufige Erschließung der Altstadt und der Erhalt und die Aufwertung der innerstädtischen Naherholungsgebiete (z.B Stadtpark an der Frühlingstraße).

Jeder kann dazu etwas beitragen:

1.1 Bürgerinnen und Bürger

  • vermeiden bewusst unnötige Fahrten
  • überdenken ihre Konsumgewohnheiten
  • stellen sich ihrer Verantwortung für die Bewahrung der natürlichen Ressourcen, der Ökosysteme und der natürlichen Vielfalt (Biodiversität)
  • wollen, dass die Verursacher von Umweltschäden ihren gerechten Anteil der Kosten tragen
  • wehren sich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen unsinnige Verkehrsprojekte (Bürgerinitiative, Infostände, Diskussionsveranstaltungen, Demonstrationen, geführte Radtouren, Petitionen, Bürgerbegehren, Bürgerfeste, Kunstprojekte usw.).

1.2 Die Stadt

  • vermeidet im eigenen Bereich bewusst unnötige Fahrten
  • minimiert die Behördenwege der Bürger
  • verknüpft bei allen Planungen die unterschiedlichen Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten, Einkauf und Freizeit (“Stadt der kurzen Wege”)
  • vermeidet Straßenbau, der weiteren ortsfremden Verkehr anzieht
  • trägt zur Bewusstseinsbildung ihrer Bürgerinnen und Bürger zur Änderung ihrer Mobilitätsgewohnheiten bei
  • fördert Aktionen und Projekte zur Verkehrsvermeidung wie Aktion autofreier Kindergarten, autofreier Aktionstag (MOA = Mobil ohne Auto), autofreier Sonntag usw.
  • fördert und unterstützt auch finanziell Carsharing- und Stadt-Auto-Projekte
  • organisiert und betreibt eine eigene Mitfahrzentrale
  • wirbt für die innerstädtischen Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Naherholungsgebiete in Form eines Freizeitführers
  • bemüht sich, durch geeignete Maßnahmen positiv auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Stadt hinzuwirken und damit den Pendler-Verkehr zu reduzieren.

1.3 Planerinnen und Planer

  • beraten und unterstützen die Stadt bei der Realisierung der “Stadt der kurzen Wege”.

1.4 Verbände und Vereine

  • betreiben Verkehrsberatung vor allem auch im Sinne von Verkehrsvermeidung
  • regen ihre Mitglieder zu überlegter Mobilität an
  • organisieren autofreie Events wie Blade-Night usw.

1.5 Wirtschaftsunternehmen

  • erhalten kleinräumige Strukturen in fußläufiger Verbrauchernähe oder errichten diese neu
  • bringen die Arbeit, wo sinnvoll, zum Mitarbeiter.

1.6 Mandatsträgerinnen und Mandatsträger

  • fordern die Anliegen einer zukunftsfähigen Mobilität in ihrem Verantwortungsbereich ein
  • setzen sich für die Aufrechnung der umweltrelevanten Kosten nach dem Verursacherprinzip ein:
    • Schrittweise Erhöhung der Treibstoffpreise (Öko-Steuer).
    • Europaweit einheitliche Autobahnbenutzungsgebühr und Tempolimits.
    • Weltweite Besteuerung des Flugbenzins.
    • Wegfall jeglicher Subventionen für den motorisierten Individual-, Güter- und Flugverkehr.

1.7 Multiplikatoren

  • wie Bildungseinrichtungen, Presse, Rundfunk, Rathausreport usw. bieten Aufklärung und Beratung im Sinne einer zukunftsfähigen Mobilität an.