VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

D) "Das bessere Verkehrskonzept"

„Das bessere Verkehrskonzept“ für eine zukunftsfähige Verkehrsentwicklung basiert auf drei Schritten:

Verkehr    1. vermeiden   -   2. verlagern   -   3. beruhigen

Wenn alle drei Schritte realisiert und deren Potentiale ausgeschöpft sind, wird eine Brücken- oder Tunnellösung zur Verlagerung der B2 überflüssig sein. Warum? Lesen Sie weiter.

1. Schritt: Verkehrsvermeidung

Mit dem 1. Schritt sollte unverzüglich begonnen werden. Hierzu dient vor allem das Modell der „Stadt der kurzen Wege“, d.h. eine intensive Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Einkauf und Freizeit. Wie wär’s, wenn Ihr Arbeitsplatz um die Ecke läge, in fußläufiger Entfernung?

Durch überlegte Planungen ist es möglich, Stadtviertel und Nutzungen durch Fuß- und Radwege so zu verknüpfen, dass das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren attraktiver als Autofahren ist. Wesentlich sind dabei eine bessere fußläufige Erschließung der Altstadt und der Erhalt und die Aufwertung der innerstädtischen Naherholungsgebiete (z.B Stadtpark an der Frühlingstraße).

Lesen Sie weiter, was jeder Einzelne, von BürgerInnen über die Stadt hin zu Wirtschaftsunternehmen dazu beitragen kann.

2. Schritt: Verkehrsverlagerung auf Umweltverbund

Im 2. Schritt bieten sich Möglichkeiten den Verkehr, der nicht vermeidbar ist, auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel, den Umweltverbund aus Fahrrädern, Bussen und Bahnen (ÖPNV) zu verlagern. Das Potential an Fahrten, das durch attraktive Angebote und Verknüpfungen aufgefangen werden kann, ist enorm groß und wird häufig unterschätzt. Die Kosten für die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV sind zudem um ein Vielfaches niedriger, als die Bau-, Unterhalts- und Folgekosten für zusätzliche Straßen und Parkgaragen. Für die Baukosten einer Tiefgarage, wie z.B. unter dem Viehmarkt geplant, könnte jahrzehntelang eine Citybus-Linie betrieben werden!

Noch kostengünstiger schneidet im Vergleich der Radverkehr ab. Ein Schweizer Gutachten (“Kosten- Nutzen-Vergleich integraler Veloförderung in Bern” von Christof Bähler) kommt zu dem Ergebnis, dass eine verstärkte Förderung des Radverkehrs die öffentliche Hand entlastet! Das Fahrrad ist unschlagbar das umweltfreundlichste Verkehrsmittel und eignet sich ideal zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs in unserer Stadt. Denn 50% aller Fahrten mit dem PKW sind kürzer als 5 km, eine ideale Radl-Distanz. Sogar 25% aller Fahrten sind kürzer als 2 km, eine Distanz, die man vor nicht allzu langer Zeit locker zu Fuß zurückgelegt hat.

Durch massive Förderung des umweltfreundlichen und zudem gesunden Radverkehrs bietet sich der Stadt eine große Chance, kostengünstig motorisierten Verkehr zu reduzieren. Der Radverkehrsanteil liegt vermutlich auch in FFB im Bundesdurchschnitt von ca. 9% aller Fahrten. In verschiedenen Städten in der BRD ist es durch gezielte Maßnahmen gelungen, den Anteil bis auf 30% zu erhöhen!

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3. Schritt: Verkehrsberuhigung

Der Restverkehr, der durch die beiden vorherigen Schritte weder vermieden noch auf den Umweltverbund verlagert werden kann, soll im 3. Schritt so gelenkt werden, dass eine großräumige Verkehrsberuhigung vor allem in unseren Wohngebieten eintritt und sich die Lebensqualität in der Stadt und in den innerstädtischen Naherholungsgebieten erhöht.

Dazu ist für unsere gesamte Stadt ein schlüssiges, integriertes Gesamtverkehrslenkungskonzept zu erarbeiten, das aus der Ableitung des überörtlichen Verkehrs, der Bündelung des Verkehrs auf ein bestehendes Netz von wenigen leistungsfähigen Straßen, einem Parkleitsystem und einer flächenhaften Verkehrsberuhigung durch Tempo 30-Zonen besteht.

Auf den Erschließungsstraßen ist der motorisierte Verkehr flüssig zu halten, z.B. durch den Wegfall der Parkplätze auf der Hauptstraße. Stadtviertel sind dagegen so zu planen (Insellösungen, Bsp. Innenstadt Ost), dass das Durchfahren für den motorisierten Verkehr unattraktiv oder gar nicht möglich ist (siehe auch Verkehrslenkungskonzept Innenstadt des Verkehrsforum FFB).

Durch die Anlage von Stadtviertel-übergreifenden Fußgängerzonen, Radwegen und Fahrradstraßen soll der Bürger zu Fuß und per Rad schneller ans Ziel kommen als mit dem PKW.

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Fazit: Warum es dann keine B2-Verlagerung mehr braucht

Wenn alle drei Schritte realisiert und deren Potentiale ausgeschöpft sind, wird eine Brücken- oder Tunnellösung zur Verlagerung der B2 überflüssig sein. Straßenbau wie dieser ist schon lange nicht mehr zukunftsfähig, und ist schon gar nicht CO2-sparend, wie uns mancher Trassenbefürworter weismachen möchte.

Da der Durchgangsverkehr in unserer Stadt nur ca. 15% des Gesamtverkehrs ausmacht (Ziel- und Quellverkehr ca. 68%, Binnenverkehr ca. 17%), würden auch bei einer B2- Verlagerung die restlichen 80% des heutigen Verkehrs 2020 über die historische Amperbrücke durch die Altstadt fahren. Die rechnerischen Verkehrsprognosen vom IB Dorsch-Consult (Stand 2008) zur von der Stadt geplanten Deichensteg-Trasse bestätigen dies.

Die wenigen Vorteile der uns vom Straßenbauamt vorgelegten Trassenlösung müssten mit erheblichen Nachteilen erkauft werden, wie z.B.:

  • Bleibende Verkehrsbelastungen in der Innenstadt (80%).
  • Neue Verkehrsbelastungen in Wohngebieten, vor allem im Norden und Osten der Stadt, mit zusätzlichen Belastungen aus Feinstaub, Lärm und Abgasen.
  • Neuer Verkehr, vor allem Schwerlastverkehr wird durch die Trasse angezogen.
  • Unwiederbringliche Zerstörung des innerstädtischen Erholungsgebiets Stadtpark, mit seinem wertvollen Baumbestand.
  • Dauerhafte Flächenversiegelungen, schwer überwindbare Hindernisse (ca. 6 m hoher Wall), Feinstaub, Lärm und Abgasen im bisher unberührten Stadtpark.
  • Bedenkliche Verkehrssicherheit für den neuen Schulweg zum Tulpenfeld. 
  • Immense Bau-, Unterhalts- und Folgekosten.
  • Stadt verliert durch Schulden ihren finanziellen Gestaltungsspielraum für sinnvollere Projekte im sozialen, sportlichen und bildungspolitischen Bereich.
  • Aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend notwendige Investitionen in den Radverkehr und in die Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs werden weitere Jahre verzögert.

Die BürgerInnen haben am 27.09.2009 die Deichenstegtrasse mit 56% Mehrheit abgelehnt. Die Trasse ist damit endgültig gestorben, und die Köpfe hoffentlich wieder frei für sinnvolle Lösungen wie ...

„Das bessere Verkehrskonzept“...

... die schnellste, nachhaltigste und kostengünstige Alternative !!!

Unser Anspruch:

An die Stelle ständiger Prognosen über Verkehrszunahmen muss ein Konzept treten, das Verkehr dauerhaft verringert.

Und zwar nicht nur auf 150 m Hauptstraße, nicht nur in der Innenstadt, sondern im gesamten Stadtgebiet, zum Wohle aller BürgerInnen.